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Stadt Dortmund

Masterplan Energiezukunft 2030

Mit dem Masterplan Energiezukunft 2030 verfolgt die Stadt Dortmund das Ziel, den attraktiven und nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsstandort Dortmund zu erhalten und auszubauen. Dabei fokussiert der Masterplan vor allem auf das städtische Energiesystem in Dortmund sowie den Wirtschaftszweig der Energiedienstleistungen. Unter Einbezug verschiedener Beteiligter und ihrer Perspektiven werden Anforderungen und Zielsetzungen an das städtische Energiesystem im Jahr 2030 erarbeitet und diskutiert. Auf Basis dieser voraussichtlichen Entwicklungen für den Dortmunder Energiesektor bis 2030 werden Stoßrichtungen für Wirtschaft und Stadt abgeleitet, um Dortmund auch in Zukunft weiter als starken und attraktiven Energiestandort auszubauen. Die Entwicklungen des Dortmunder Energiesektors sollen hierzu in verschiedenen Themenfeldern beleuchtet werden. Diese umfassen die Entwicklungen in den Bereichen Strom- und Wärmeversorgung, Mobilität an der Schnittstelle zur Energiewirtschaft, Intelligentes Wohnen & Leben sowie Digitalisierung und ihre Implikationen für die Energiewirtschaft.


Ziele: Wissen schaffen

Die Vernetzung und den Wissenstransfer von Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft (Politik, Verwaltung, Bürger*innen) sicherstellen, um Potenziale der zukünftigen Energieerzeugung, -verteilung und -steuerung für den Dortmunder Standort zu heben.

Innovationen befördern

Einen Impuls zur Entwicklung neuer Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle zu setzen, um an die positive Entwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien am Standort Dortmund anzuknüpfen. Der Energiecampus dient hier als Zukunftsort zur Ansiedlung innovativer Ideen.

Rahmenbedingungen ableiten

Anforderungen an den Ordnungsrahmen herausarbeiten, um von der Veränderung und Verschmelzung der zukünftigen Energiewelt auch als Wirtschaftsstandort zu profitieren und diese aus Dortmund heraus in der Region und darüber hinaus zu prägen.

Handlungsempfehlungen geben

Ansatzpunkte und notwendige Maßnahmen aus kommunaler Sicht ableiten, um von Seiten der Stadt Dortmund eine maximale Unterstützung entfalten zu können.

(Infra-)Strukturen schaffen

Ableitung von Handlungsbedarfen bei der Ergänzung bestehender Masterpläne durch eine explizite Sicht auf die zu deren Umsetzung erforderliche Energiedarbietung/-infrastruktur.


Der Masterplanprozess ist als zweistufiger Prozess konzipiert. Ziel ist es, die strategische Ebene und den abgeleiteten Maßnahmenplan im Rahmen eines offenen Dialogprozess mit breiter Partizipation der Stadtgesellschaft sowie anschließend mit Experten zu realisieren. Die Erarbeitung des Masterplans Energiezukunft erfolgt daher partizipativ unter Federführung der Wirt-schaftsförderung Dortmund und der Einbindung von Beteiligten aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Energiedienstleistung. So werden frühzeitig die Interessen aller Akteursgruppen einbezogen und mit der Perspektive der erforderlichen Umsetzung aus Sicht der Energiewirtschaft abgeglichen.



Erfolgreiches 1. Digitale Dortmunder Energiegespräch

- Wie würden Sie die Energiezukunft 2030 beschreiben? Welche Erwartungen haben Sie an die Energiewirtschaft von Morgen, um einen attraktiven und nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsstandort zu erhalten? -

Diese und weitere aktuelle Fragen der Energiewende haben die Teilnehmer der öffentlichen Digitalveranstaltung am 19. Juni beschäftigt. Mit in Summe über 240 Teilnehmern fand die Veranstaltung großen Anklang. Aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Strom- und Wärmeversorgung, Mobilität an der Schnittstelle zur Energiewirtschaft, Intelligentes Wohnen & Leben sowie Digitalisierung und ihre Implikationen für die Energiewirtschaft wurden mit Experten aus der Wirtschaft und Forschung diskutiert. Die wesentlichen Ergebnisse der Diskussionspanels in den 5 Themenfeldern finden Sie hier. Wenn Sie weitere Anregungen zu den Ergebnissen der Diskussionspanels haben, nutzen Sie gerne die Kontaktdaten der Wirtschaftsförderung Dortmund.


Die gezeigten Einspieler zur Begrüßung und Einleitung in die unterschiedlichen Themenfelder finden Sie hier:





Die Experten der Diskussionspanels

Dr. Bernd Ramthun Geschäftsführer Dortmunder Netz GmbH
Dr. Arne Dammer Leiter Kompetenz-Zentrum Innovation und Strategie Thyssengas GmbH
Dr.-Ing. Marco Greve Head of Research | Prokurist ef.Ruhr GmbH
Dominik Gertenbach Leiter Vertrieb Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21)
Peter Flosbach Geschäftsführer Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21)
Siegfried Moritz Chief Financial Officer KG Deutsche Gasrußwerke GmbH & Co
Jan Schollmeyer Projektingenieur Gertec Planungs- & Ingenieurgesellschaft
Hubert Jung Vorstand Verkehrsressort DSW21 Dortmunder Stadtwerke AG
Torsten Günter Leiter Operations innogy eMobility Solutions GmbH
Ioana Freise General Manager Wunder City by Wunder Mobility
Christian Heil Hauptgeschäftsführung Fachverband Elektro- und Informations-technische Handwerke Nordrhein-Westfalen
Franz-Bernd Große-Wilde Vorstandsvorsitzender Spar- und Bauverein eG Dortmund

Aufbauend auf den Ergebnissen des Energiegesprächs finden im September Expertenworkshops statt. Dabei sollen die voraussichtlichen Entwicklungen für den Dortmunder Energiesektor bis 2030 aufgegriffen und gemeinsam Maßnahmenideen für Wirtschaft und Stadt entwickelt werden. Eine Anmeldung ist bis zum 28. August 2020 möglich.

Thesenbereich folgt in Kürze

Abbildung der Themenbereiche Abbildung einer Umfrage
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Im Themenfeld Netz-Infrastruktur spielt die Informations- u. Kommunikationstechnologien eine wichtige Rolle bei der Verknüpfung der Energiesysteme. Gerade mit dem Blick auf die erneuerbaren Energieerzeugung ist es wichtig die Energienetze in den unteren Spannungsebenen zu restrukturieren und die Flexibilisierung zuzulassen. Der Einsatz von digitalen Technologien wird es in Zukunft ermöglichen, die Energieflüsse zwischen den Sektoren intelligent zu steuern. Das kann nur funktionieren durch standardisierte, sichere Infrastruktur, die auf Datenschutz und Datensicherheit Rücksicht nimmt, was schlussendlich dazu führt, dass die Steigerung der Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern für ein Smart Grid/Meter steigt.

Die Informations- u. Kommunikationstechnologien werden beim Anbinden einzelner Komponenten der Energiesysteme in Dortmund eine wichtige Schlüsselrolle spielen.

Erläuterung

  • Mit Informations- u. Kommunikationstechnologie wird eine Überwachung sowie Optimierung der miteinander verbundenen Bestandteile im Energiesystem ermöglicht
  • Intelligente Energienetze verbinden über kommunikative Anbindung die Akteure des Energiesystems von der Erzeugung über den Transport, die Speicherung und die Verteilung bis hin zum Verbrauch
  • Beispiel: Steuerbare Verbrauchseinrichtung werden heute überwiegend über Rundsteuertechnik geschaltet. Hier ist die Ablösung durch ein intelligentes Messsystem vorgesehen. Als Einzelanlage nicht systemrelevant stellen diese Anlagen in Summe jedoch eine kritische Masse dar. Damit Gruppenschaltungen in Zukunft korrekt und effizient ausgeführt werden können, ist eine stetig verfügbare und effiziente Telekommunikationstechnologie notwendig

Quellen

Die erneuerbaren Energieerzeugung erfordern die Restrukturierung und die Flexibilisierung der Energienetze in Dortmund und angrenzenden Netzen.

Erläuterung

  • Die meisten Erneuerbare-Energien-Anlagen sind auf den unteren Spannungsebenen an das Stromnetz angeschlossen. Die Stromnetze müssen deshalb die Energie nun von einer Vielzahl von Erzeugungsanlagen quer über alle Netzebenen austauschen und zum Verbraucher übertragen. Netztopologien sind zu erfassen und sinnvoll zu verknüpfen.
  • Leistungsfähige und intelligente Stromnetze sind zentral für die Energiewende. Sie müssen zunehmend Strom aus erneuerbaren Energien transportieren und trotz schwankender Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie die Netzstabilität gewährleisten.

Quellen

Der Einsatz von digitaler Technologien wird zukünftig die Energieflüsse zwischen den Sektoren intelligent steuern und das Energiesystem in Dortmund und angrenzenden Netzen flexibilisieren.

Erläuterung

  • Digitale Technologien sind in hohem Maße erforderlich für den Datenaustausch, z.B. bei Lastmanagement und für die Marktzugänge der Anlagen.
  • Eine wichtige Voraussetzung für ihre Weiterentwicklung ist die Einführung von Smart-Meter-Gateways, die Verbrauchsdaten engmaschig erfassen und sicher übertragen können. Das erste Gerät wurde im Januar 2020 zertifiziert, sodass der gesetzlich vorgeschriebene Einbau startet.
  • Ebenfalls von Wichtigkeit zum managen und steuern der Energienetze sind Steuerungseinheiten und Systeme. Zum Beispiel sollten Netzbetreibern einen Anreiz erhalten, die überschüssige Energie zu speichern und bei Bedarf abzuführen.

Quellen

Standardisierte, sichere Infrastrukturen, Datenschutz und Datensicherheit, verfügbare Investitionsanreizen sowie die Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sind die Basis für ein Smart Grid in Dortmund und angrenzenden Netzen.

Erläuterung

  • Kerngedanke des GDEW ist ein Infrastrukturansatz: Die bundesweite Einführung des Smart-Meter-Gateways, welches durch das BSI zertifiziert wird. Dieses fungiert als sichere und standardisierte Kommunikationsplattform, als Infrastruktur mit großer Anwendungsbreite. Schließlich gilt es, zahlreiche Anwendungsfälle aus den Bereichen Netzbetrieb , Strommarkt und Energieeffizienz technisch umsetzbar zu machen.
  • Vernetzung und Datenaustausch, wie sie das SMGW ermöglicht, bedürfen eines besonderen Schutzes. Auf der einen Seite sind Daten über den Energieverbrauch datenschutzrechtlich sehr sensibel

Quellen

Der Strommarkt ist im Wandel hin zu mehr erneuerbaren Erzeugungskapazitäten wie Wasser- und Windkraft sowie Photovoltaikanlagen. Mit dieser einhergehenden steigenden Volatilität wird der Gleichklang von Erzeugung und Verbrauch und damit die Systemstabilität eine neue Herausforderung. Dieser Trend wird durch eine Abkehr von kohle- und nuklearbasierten Kraftwerken weiter angeheizt. Gleichzeitig kommen durch die Sektorenkopplung zunehmend neue Nachfrager dazu. Ein solcher Wandel birgt große Herausforderungen aus technologischer, marktwirtschaftlicher und regulatorischer Sicht, um auch weiterhin eine bezahlbare und sichere Versorgung zu gewährleisten.

Mit einer Lastverschiebung als Flexibilisierungsoption für große Verbraucher (insbesondere industrieller Prozesse) leistet Dortmund einen wichtigen Beitrag für die Netzstabilisierung und Versorgungssicherheit im Strombereich bundesweit und spart gleichzeitig Energiekosten ein

Erläuterung

  • Die Reaktionsfähigkeit auf die zunehmend volatile Erzeugung kann durch die Maßnahme einer Lastverschiebung kompensiert werden
  • Insbesondere große Stromverbraucher können so über eine Flexibilisierung die lokalen Netze entlasten
  • Die bereitgestellte Netzdienlichkeit muss in diesem Zusammenhang ausreichend vergütet werden, sonst werden sich nur schwer Anwendungsfälle finden lassen

Quellen

Der städtische Ausbau von dezentralen Erzeugungsstrukturen mit Fokus einer möglichst hohen Eigenversorgung (insbesondere im Neubau) erfordert den gleichzeitigen Ausbau von Speichertechnologien und einer Umgestaltung der Entgeltsystematik

Erläuterung

  • Die vielzitierte Angleichung von Erzeugung und Last wird durch die Installation von Speichern ermöglicht
  • Der Eigenversorgungsgrad kann so erheblich gesteigert werden
  • Eine Speicherung kann hierbei über herkömmliche Großspeicher, dezentrale Speicheranlagen aber auch durch die Verknüpfung mit der Wärmeversorgung über Wärmespeicher ermöglicht werden

Quellen

Bewohner von Ballungsräumen (wie z. B. dem Ruhrgebiet) werden vermehrt zum Prosumer und intensivieren den Austausch von Energie im lokalen Umfeld durch Blockchainanwendungen. Mittels flexibler Stromtarife wird ein netzdienliches Verhalten zusätzlich incentiviert

Erläuterung

  • Der „Prosumer“ vereint die Eigenschaften eines „producers“ und eines „consumers“. Die installierte Erzeugungskapazität kann so im Verbund mit weiteren „Prosumern“ gehandelt werden
  • Die Abrechnung und Steuerung erfolgt hier automatisiert. Ein hoher Sicherheitsstandard kann bspw. über eine Blockchain garantiert werden
  • Eine beispielhafte Umsetzung sind sog. „smart-contracts“, die einen automatisierten Handel der Anlagen und Prosumer untereinander ermöglichen

Quellen

Insbesondere konventionelle KWK-Gaskraftwerke bleiben unerlässlich für das Funktionieren des Stromsystems 2030 und werden vermehrt auch durch kleine Energiezentralen unterstützt. Im Zeitverlauf wird das verwendete Gas zunehmend "grün" werden

Erläuterung

  • Das Ausscheiden der Kohle- und Nukleartechnologien rückt Gas-basierte Erzeuger in das Rampenlicht
  • Wegen des gesteigerten Wirkungsgrades und der möglichen Verknüpfung von Strom- und Wärmesektor, wird hierbei zumeist auf KWK-Anlagen gebaut
  • Solche KWK-Anlagen werden insbesondere auch in kleineren Maßstäben Pfeiler für die Strom- und Wärmeversorgung und über Energiezentralen dezentrale Versorgungslösungen stärken
  • Im Zeitverlauf wird der Anteil an Erneuerbaren Gasen als Brennstoff zunehmen

Quellen

Die zunehmende Verstromung aller Sektoren wird trotz Energieeffizienzmaßnahmen zu erheblichen Steigerungen des Strombedarfs im örtlichen Verteilnetz führen

Erläuterung

  • Eine zunehmende Verstromung lässt die Auslastung im Verteilnetz stark ansteigen. Hierbei sind jedoch vorrangig Lastspitzen bspw. durch Elektromobilität problematisch. Insbesondere stoßen zunehmend die Transformatoren und Umspannwerke der Verteilnetze an ihre Grenzen
  • Der Anschluss vieler dezentraler Erzeugungstechnologien erfolgt zu großen Teilen im Verteilnetz, welches in Fällen hoher Erzeugung zu einer Lastumkehr, also der Fluss vom Verteilnetz in eine höhere Spannungsebene, führen kann

Quellen

Die Wärmeversorgung steht mit über 50 % für den größten Anteil am Endenergieverbrauch in Deutschland. Als Verursacher von rund 40 % der energiebedingten CO2-Emissionen rückt der Wärmemarkt dementsprechend in das Rampenlicht bei der Diskussion zur Dekarbonisierung der Energieversorgung. Mit der Umstellung auf klimafreundliche Alternativen werden insbesondere Herausforderungen bezüglich der ökonomischen Machbarkeit sowie der technologischen Umsetzung zu bewältigen sein. Auch in der Stadt Dortmund wird der Ausbau CO2-freier Versorgung über z. B. Förderprogramme für Heizungstechnologien oder den Ausbau des Fernwärmenetzes forciert und soll so schrittweise bis 2050 klimaneutral werden.

In Ballungsräumen werden steigende Anforderungen an die Energieeffizienz auf Verbraucherseite zu Mehrkosten führen und gleichzeitig in einen Rückgang des Gesamtbedarfs an Wärme resultieren

Erläuterung

  • Stetig steigende Anforderungen an die Dämmung und den Energieverbrauch in Wohngebäuden erfordern kostenintensive Maßnahmen
  • Die Kosten sind teilweise über unterschiedliche Programme förderfähig, diese decken jedoch oft nicht die Mehrausgaben durch die Umstellung
  • Insbesondere auch der Austausch alter und ineffizienter Heizungstechnologien wird ordnungspolitisch verfolgt
  • Die Maßnahmen resultieren in einem Rückgang der benötigten Wärmemengen und auch der verwendeten Primärenergieträger

Quelle

Die Wärmeversorgung in und um Dortmund soll perspektivisch CO2-neutral erfolgen. Dies erfolgt zunehmend durch eine Verstromung der Wärmeversorgung, insbesondere im Neubau bei dezentralen Wärmeinseln und einer sukzessiven Erschließung neuer Wärmequellen wie z. B. Umwelt-, Abwasser-, Abwärme sowie Biomasse

Erläuterung

  • Zur Sicherstellung einer dekarbonisierten Wärmeversorgung wird langfristig der Verzicht von fossilen Brennstoffen nötig
  • Die Verstromung bietet insbesondere für dezentrale Verbraucher eine Alternative
  • Die Versorgung von leitungsgebunden Verbrauchern kann zunehmend durch die Einbindung von weiteren Wärmequellen z. B. Umwelt-, Abwasser-, Abwärme sowie Biomasse und regenerativen Gasen sichergestellt werden

Quellen

Innovative Konzepte unter Einbeziehung von Prosumern werden das Marktdesign verändern (z. B. über die Einbindung von Mini-BHKWs und Brennstoffzellen über einen virtuellen Marktplatz). Erste innovative Leuchttürme werden in designierten Neubaugebieten (z. B. Energie-Campus) realisiert werden

Erläuterung

  • Die Vernetzung einer Vielzahl von Verbrauchern und Produzenten ermöglicht ein effizientes Gesamtsystem
  • Dieses Gesamtsystem zeichnet sich durch geringe Übertragungsverluste und Kostenoptimierung aus
  • Eine Umsetzung erfordert ein kohärentes Konzept und wird daher vorerst vermehrt in designierten Neubaugebieten umgesetzt werden können
  • Neue Anwendungen und Möglichkeiten der Verknüpfung werden innerhalb von Leuchtturmprojekten erforscht

Quellen

Der Aus- und Umbau der leitungsgebundenen Dortmunder Wärmeinfrastruktur wird weiter vorangetrieben sowie um innovative quartiersweise Nahwärmenetze ergänzt

Erläuterung

  • Als Pfeiler einer klimafreundlichen Wärmeversorgung wird die leitungsgebundene Versorgung in den nächsten Jahren weiter aus- und umgebaut
  • Die Umstellung des Dampf- auf ein Heißwassernetz ist bereits weit fortgeschritten und die Einbindung von Wärmequellen, über z. B. die Deutschen Gasrußwerke und eine Gas-KWK-Anlage in Lindenhorst, sichergestellt
  • Die Erzeugung wird mit verteilten Energiezentralen im Netzgebiet kostengünstig sowie emissions- und wärmeverlustarm abgesichert. De Ergänzung von Wärmespeichern erhöht die effiziente Nutzung der industriellen Abwärme und regenerativen Wärmequellen

Quellen

Der Bedarf an synthetischen Gasen und Wasserstoff wird im Dortmunder Wärmemarkt (unter anderen in der Industrie für Hochtemperatur-Prozesswärme und auch Verkehrsanwendungen) steigen. Für eine großflächige Einbindung wird ein Teil des grünen Wasserstoffs importiert werden müssen

Erläuterung

  • Zur Erreichung der Klimaziele wird das verwendete Erdgas zunehmend grüner werden müssen
  • Insbesondere Anwendungen bei der Hochtemperatur-Prozesswärme lassen sich schwerlich verstromen und müssen demnach über alternative Brennstoffe erzeugt werden
  • Im Zeitverlauf wird daher eine Beimischung von grünen Gasen, wie zum Beispiel grüner Wasserstoff, erfolgen. Die benötigten Kapazitäten werden  nicht gänzlich in Deutschland bereitgestellt werden können und einen Import notwendig machen

Quellen

Das Themenfeld Mobilität bezieht sich auf die räumliche Beweglichkeit per Verkehrsmittel. Die Art, wie und womit Menschen ihre Wege zurücklegen, also wie sie am Verkehr teilnehmen, verändert sich ständig. Fortbewegung basiert grundsätzlich auf der Nutzung von Energie – der Energieträger im Einsatz wandelt sich. Zukünftig wird beispielsweise in einem stärkeren Maße die Elektrifizierung des Personenverkehrs (Elektromobilität) eine Rolle spielen. Für Anwendungsfälle mit geringer Möglichkeit zur Elektrifizierung (beispielsweise der Schwerlastverkehr) können synthetische Kraftstoffe / E-Fuels in stärkerem Maße relevant werden. Kurz gesagt: Fortbewegung ist untrennbar mit Energieeinsatz verbunden. Insofern ist die Beschäftigung mit Mobilität ein wichtiger Bestandteil des Masterplan Energiezukunft 2030 der Stadt Dortmund. 

Der Anteil der Mobilität bzw. des Verkehrssektors am Gesamtenergiebedarf wird langfristig ein wesentlicher Bestandteil bleiben

Erläuterung

  • Energiebedarf im Jahr 2018 war 751 TWh/a von 2.498 TWh/a Gesamtenergieeinsatz, d.h. ein Anteil von 30,06 %
  • Hoher Anteil von Mineralölprodukten (94%) zu geringem Anteil von Strom (1,6%) und Biokraftstoffen (4,2%) im Jahr 2018 wird sich perspektivisch verschieben
  • Wasserstoffmobilität und Batteriebetriebene Elektromobilität als wesentliche Faktoren in der Verschiebung der Energienutzung im Verkehrssektor weg von Mineralölprodukten zum Jahr 2030

Quellen

Elektromobilität ist der Schlüssel der Energiewende im Personenverkehr - ungeachtet weiterer Technologieoptionen stellt die Bereitstellung von Strom einen unumgänglichen Schritt in der Transformation des Verkehrssektors dar

Erläuterung

  • Batterieelektrische Fahrzeuge sind der Maßstab für Effizienz und Kosten. Sinkende Preise und steigende Reichweiten machen Elektromobilität attraktiv.
  • Wer zuverlässig und schnell laden kann, fährt zukünftig elektrisch.
  • Hemmnisse für eine größere Akzeptanz der Elektromobilität stellen aktuell noch mangelnde Lademöglichkeiten sowie lange Ladezeiten dar. Im Jahr 2030 wird die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge flächendeckend ausgerollt und zugänglich sein.  Ebenso wird der Aufbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie umgesetzt sein.

Quellen

Energiebereitstellung und die Nutzung von Mobilitätsangeboten nähern sich immer weiter an. Vehicle-to-Grid wird Musterbeispiel für die Umsetzung der Sektorenkopplung im Verkehr und in 2030 flächendeckend eingesetzt

Erläuterung

  • Die Kopplung der Sektoren Verkehr und Strom kann das Stromsystem bei mangelnder Flexibilisierung und ohne notwendige Koordination destabilisieren
  • Elektrofahrzeuge werden im Jahr 2030 die Funktion eines wichtigen Kurzzeitenergiespeichers ausfüllen.
  • Sektorenkopplung beschränkt sich nicht darauf, den Strombedarf des Verkehrs und den Ausbau von Strom aus Erneuerbaren Energien aufeinander abzustimmen, sondern im Sinne des sogenannten bidirektionalen Ladens Energie aus dem Smart Grid zu entnehmen und zurückzuspeisen (Vehicle to Grid)
  • Die Anreizsetzung zum bidirektionalen Laden wird kostenbasiert im Sinne von Signalen über Strombezugskosten / Vermarktungserlöse (teilautomatisiert) umgesetzt werden

Quellen

Es herrscht Wettbewerb, in welchem ein breites Spektrum an Technologieoptionen zur Umsetzung der Energiewende im Verkehr zur Verfügung steht. Im Rahmen  verschiedener Optionen können Konzepte und Lösungen jeweils für verschiedene Anwendungsfälle entwickelt werden. Verkehrsbereiche wie Schwerlastverkehr und Schifffahrt, die schwer elektrifiziert werden können, werden synthetische Kraftstoffe / E-Fuels nutzen

Erläuterung

  • Verschiedene Technologieoptionen bestehen. Dies umfasst im wesentlichen batterieelektrische Fahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge, Oberleitungen, Batteriewechselsysteme, synthetische Kraftstoffe/E-Fuels und Biogas.
  • Diverse Projekte zur Förderbekanntmachung „Energiewende im Verkehr“ konzentrieren sich im Rahmen der Forschung zu Energiespeichern mit dem Thema „Power­-to­-Fuel“ auf alternative Kraftstoffe
  • Um die Energiewende im Verkehrs zu gestalten, bedarf es rechtzeitiger politischer Weichenstellungen mit angemessenen Übergangszeiträumen, damit sich alle Akteure hierauf einstellen können und Investitionen mit einer langfristigen Perspektive erfolgen können

Quellen

Stromversorgung und Verkehr profitieren beide gleichermaßen von der Sektorenkopplung. Schlüssel zum Gelingen der Sektorenkopplung ist die Digitalisierung

Erläuterung

  • Sektorenkopplung als große Chance für die Energiewirtschaft neue Geschäftsmodelle aufzubauen
  • Verkehrssektor bietet als Bereich ein breites Spektrum an möglichen Kundengruppen zur Energielieferung und Dienstleistungserbringung rund um die flexible Gestaltung der Mobilität
  • Unternehmen der Energieiwirtschaft sitzen hier direkt an der Schnittstelle und insofern in einer „Pole Position“
  • Ein breiter Wettbewerb um die Geschäftsmöglichkeiten entsteht und bindet explizit auch Energiefremde Akteure aus dem Bereich der IT/Telekommunikation mit ein

Quellen

Die klimaneutrale (d.h. CO2-emissionsfreie) Energiebereitstellung für Mobilitätsangebote ist essentiell für den Erfolg der Energiewende im Verkehr

Erläuterung

  • Der Verkehr trägt mit circa 20 Prozent Anteil wesentlich zu den CO2-Emissionen Deutschlands bei
  • Individualverkehr auf Grundlage des Austausch eines Verbrennerfahrzeuges hin zu alternativen Antrieben ohne Änderung des Mobilitätsverhaltens ist keine Lösung auf die Herausforderungen des Klimawandel
  • Verkehr zu vermeiden, Verkehr zu verlagern und Verkehr effizienter zu gestalten sind wesentliche Herausforderungen, welche auch die Energiewirtschaft mit in die Verantwortung nimmt
  • Dies geschieht beispielsweise durch die Vorgaben der Erneuerbare Energien Richtlinie 2018/2001 (RED II), sofern diese unverändert in deutsches Recht überführt werden
  • Die Bestimmungen der Richtlinie müssen von den Mitgliedstaaten bis zum 30. Juni 2021 in nationales Recht umgesetzt werden

Quellen

Der Gebäudebereich spielt bei der Erreichung der Klimaschutzziele eine wesentliche Rolle. In Deutschland entfallen etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und rund 30 Prozent der CO2-Emissionen auf den Gebäudesektor. Die Digitalisierung vieler Bereiche des Lebens schreitet immer stärker voran, so auch im Bereich Gebäude. Die Vernetzung und Automatisierung von Geräten und Systemen ermöglicht neben einer Verbesserung des Wohnkomforts auch die Reduktion von Energieverbräuchen.

Die Digitalisierung vieler Bereiche des Lebens schreitet immer stärker voran. Fraglich ist, in wie weit Rebound-Effekte und eine zusätzliche Nachfrage den Effekt der Energieeffizienz in Zukunft schmälern werden​

Erläuterung

  • Bei der Erreichung der Klimaschutzziele kommt dem Smart Living Markt eine besondere Bedeutung zu. Die Vernetzung von Geräten und Systemen führt neben einer  Verbesserung des Wohnkomforts auch zur Steigerung der Energieeffizienz​
  • Der Einsatz von smarten Technologien und die damit verbundene Energieeffizienz, Vernetzung und Automatisierung kann einen Beitrag zur Energiewende leisten​
  • Durch steigende Energieeffizienz sinken Energieverbräuche und somit Energiebezugskosten, die es Gebäudenutzern ermöglichen weitere Produkte zu erwerben bzw. mehr zu nutzen​

Quellen

Der Smart Living Markt ist im Entstehen und hat sehr viel Potenzial für Geschäftsneuentwicklungen. Dies ist insbesondere eine Chance für neue Unternehmen bzw. Unternehmensgründungen. Die Verantwortung etablierter Akteure der Energiewirtschaft in Dortmund ist es diese als Sparringspartner zu unterstützen.

Erläuterung

  • Der Smart-Living Markt ist ein Zukunftsmarkt, dem in Deutschland und weltweit großes Wachstum vorausgesagt wird
  • Besonders deutschen Unternehmen im Bereich Smart Living wird ein hoher Anteil am weltweiten Marktvolumen prognostiziert
  • Der geschätzte Umsatz des Smart-Living Marktes in Deutschland betrug laut Statistischem Bundesamt 2017 1,3 Milliarden Euro und wird für das Jahr 2020 auf über 4,5 Milliarden Euro geschätzt

Quellen

Der Einsatz zukunftsfähiger Smart Living Technologien führt zu einer komplexeren Gebäudetechnik (gemessen durch den "Smart Readiness Indicator") und dementsprechend höheren Anforderungen an die Qualifikation des Handwerks und der IKT-Branche

Erläuterung

  • Für die Ermittlung der Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes soll ein Smart-Readiness Indicator (EU-SRI) eingeführt werden, der die Fähigkeit eines Gebäudes zu Interaktion mit Nutzer und Netz beschreibt
  • Das Messstellenbetriebsgesetz sieht vor, als Grundlage für eine sichere Messdatenkommunikation Ende 2032  alle mechanischen Ferraris-Zähler durch intelligente Messsysteme zu ersetzen
  • Auf Grund der steigenden Nachfrage und Anforderungen entwickelt der Zentralverband des Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerks (ZVEH) für die Bereiche Smart Living, Gebäudeautomatisierung, Energiemanagement, Elektromobilität und Systemintegration neue Ausbildungsberufe und Fortbildungsangebote

Quellen

Die steigenden Anforderungen der Gebäudenutzer als "Flexumer" verlangen nach nutzerorientierten Smart-Living-Lösungen. Das eröffnet Chancen für neue Produktentwicklungen und Geschäftsmodelle neben Energieversorgungsunternehmen auch für bisher energieferne Branchen

Erläuterung

  • Im Zuge der voranschreitenden Energiewende entwickeln sich Endkunden nicht nur von klassischen „Consumern“ zu "Prosumern", indem sie Energieverbraucher und –produzent in einem sind, sondern zu "Flexumern", die mit Bereitstellung von Flexibilitätsoptionen einen Beitrag zur Systemintegration leisten
  • Diese Bereitschaft zur Flexibilität erfordert jedoch eine Vergütung, z. B. durch lastvariable Tarife
  • Hier setzen neue Produktentwicklungen und Geschäftsmodelle im Bereich Smart Living an und bringen Energieversorgungsunternehmen in eine engere Wettbewerbsposition (u. a. mit der Wohnungswirtschaft oder der Elektrotechnikbranche)

Quellen

Durch den Einsatz von smarten Technologien zur effizienten Steuerung von Geräten wird Wohnen auch in Ballungsräumen, wie beispielsweise der Stadt Dortmund, sowohl nachhaltiger als auch preiswerter

Erläuterung

  • Die  Bundesregierung strebt bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand an. Dies soll durch einen höheren Anteil erneuerbarer Energien am Wärmeverbrauch und höherer Energieeffizienz erreicht werden
  • Laut Energieeffizienzstrategie können die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung einen elementaren Beitrag bei der Umsetzung der Klimaschutzziele im Gebäudesektor leisten
  • Durch den Einsatz von smarten Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz können Energie- und CO2-Einsparpotenziale genutzt werden, wodurch auch eine Reduktion von Energiebezugskosten möglich ist

Quellen

Personenbezogene Daten

*Pflichfeld